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Bilingualer Geschichtsunterricht

Was ist bilingualer Geschichtsunterricht?
Das Wort bilingual bedeutet zweisprachig. Bilingualer Geschichtsunterricht ist demnach Geschichtsunterricht, in dem neben Deutsch eine Fremdsprache als Unterrichtssprache zum Einsatz kommt. In diesem Fall handelt es sich um Englisch als zweite Unterrichtssprache. Der Begriff macht aber auch deutlich, dass nicht ausschließlich Englisch gesprochen wird. Insbesondere zu Beginn der Klasse 8 spielt Deutsch noch eine Rolle als Unterrichtssprache. Zunehmend wird der Anteil des Englischen größer, zum Ende der Klasse 9 sollen die Schülerinnen und Schüler sich in der Fremdsprache frei über historische Sachverhalte austauschen können. Deutsch kommt aber auch zum Einsatz, wenn Fachbegriffe oder deutsche Quellen erarbeitet werden. Somit stehen diese in der Oberstufe zur Verfügung und es entsteht kein Nachteil durch die Belegung des bilingualen Geschichtsunterrichts.


Warum sollte man bilingualen Geschichtsunterricht wählen?
Es gibt eine Reihe von Gründen für den bilingualen Geschichtsunterricht. Vor dem Hintergrund der europäischen Einigung und der Globalisierung wird die Beherrschung von Fremdsprachen – insbesondere Englisch – zunehmend wichtiger und wird in immer mehr Berufen und Studiengängen vorausgesetzt. Bilingualer Unterricht ist hier eine Unterstützung, da die Schülerinnen und Schüler mehr Sprachpraxis haben. In den beiden Unterrichtsstunden Geschichte werden englische Texte gelesen, Englisch gesprochen, Vorträge auf Englisch gehalten, neue Vokabeln gelernt und geübt.
Dabei sollte nicht der Eindruck entstehen, der bilinguale Geschichtsunterricht sei ein zweiter Englischunterricht. Er ist ausdrücklich Sachfachunterricht. Englisch dient als Kommunikationsmittel und ist nicht Inhalt. Entsprechend ist bilingualer Geschichtsunterricht keine Nachhilfe für den Englischunterricht, im Gegenteil: Gute Englischkenntnisse sind wichtige Voraussetzung!
Vielmehr sollen das Sprachfach (Englisch) und das Sachfach (Geschichte) voneinander profitieren. Wie bereits erwähnt, profitiert die Fremdsprache durch die vermehrte Nutzung zu verschiedenen Themen. Das Fach Geschichte profitiert von der Fremdsprache, da sie auf Dinge aufmerksam macht, die sonst übersehen werden. Begriffe wie Völkerwanderung oder Gleichschaltung haben oft andere Bedeutungen im Englischen und regen dazu an, über den Unterrichtsstoff ganz anders nachzudenken.
Darüber hinaus profitiert auch das interkulturelle Lernen. Die Beispiele zeigen, dass es wichtig sein kann, sensibel für andere Sprachen und Kulturen zu sein. Der Umgang mit Unterrichtsinhalten aus verschiedenen Perspektiven, kann den Schülerinnen und Schülern dabei helfen Themen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.


Welche Rolle spielt dann die Sprache bei der Benotung?
Ganz grundsätzlich gilt, dass alle Anforderungen, Inhalte, Methoden und Kompetenzerwartungen des deutschen Geschichtsunterrichts auch für den bilingualen Geschichtsunterricht gelten. Bewertet werden also die Leistungen im Fach Geschichte, nicht Englisch. Natürlich korrigieren wir sprachliche Fehler, diese fließen aber nicht wie im Fach Englisch in die Benotung ein. Es gibt nur zwei Ausnahmen: Der Aufbau eines Fachvokabulars auch in englischer Sprache ist Teil der Leistungsanforderungen. Zweite Ausnahme: Ist der Inhalt aufgrund sprachlicher Fehler nicht mehr zu verstehen, hat dies Einfluss auf die Note.
Die Leistungen werden wie im deutschsprachigen Geschichtsunterricht überprüft und gewertet: Schriftliche Übungen, Hausaufgaben, Referate, Protokolle, Heftführung, Beiträge im Unterricht, Arbeit in Gruppen, etc. Es werden keine Klassenarbeiten geschrieben.
Damit die Anforderungen beider Fächer berücksichtigt und aufeinander abgestimmt werden, unterrichten Lehrerinnen und Lehrer den bilingualen Geschichtsunterricht, die sowohl Englisch als auch Geschichte unterrichten.
Ebenso kommt im bilingualen Unterricht ein spezielles Schulbuch zum Einsatz. Es bietet Vokabelhilfen und verständliche Methodenseiten zur Unterstützung.


Was ist bei der Wahl des bilingualen Geschichtsunterrichts zu beachten?

  • Die Entscheidung für den bilingualen Unterricht wird für die Klassen 8 und 9 getroffen.
  • In Klasse 8 wird Geschichte nur ein Halbjahr lang unterrichtet (gleich ob deutsch oder bilingual), die Note ist dabei versetzungswirksam. In Klasse 9 findet der Unterricht in beiden Halbjahren statt.
  • Der bilinguale Geschichtsunterricht ist kein Zusatzangebot. Es geht also um die Teilnahme entweder am bilingualen oder deutschsprachigen Geschichtsunterricht.
  • Schwierigkeiten im Englischen übertragen sich im Zweifelsfall auf den Geschichtsunterricht. Es ist nicht vorgesehen, sprachliche Defizite im Englischen aufzuarbeiten. Daher gilt: Bilingualer Unterricht ist ausdrücklich keine Nachhilfe für den Englischunterricht! Er ist vielmehr als Förderung/Forderung für Schülerinnen und Schüler konzipiert, die in beiden Fächern gut sind. Wichtig sind gute Englischkenntnisse und ein Interesse an der Sprache und dem Fach Geschichte, da die Sachtexte und Quellen in der Fremdsprache gelesen und besprochen werden! Daher empfiehlt die Fachkonferenz Englisch die Wahl des bilingualen Unterrichts nur bei Leistungen in Englisch, die mindestens mit der Note befriedigend oder besser bewertet wurden.


Wo finde ich weitere Informationen?

  • Das aktuelle Informationsheft (3b) finden Sie im Bereich Bildungsangebot und Lehrpläne. Darin finden Sie auch Hinweise zu aktuellen Terminen und Ansprechpartnern.
  • In unserem schulinternen Curriculum finden Sie eine Übersicht der Inhalte und Kompetenzerwartungen für den bilingualen Geschichtsunterricht.