Austausch mit Żory in Polen (Schlesien)

Alle zwei Jahre findet der Austausch zwischen unserem Georg-Forster-Gymnasium und der polnischen Schule „Zespół Szkół Nr 2 im. ks. prof. Józefa Tischnera“  statt. Es werden Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9 für diesen Austausch angesprochen.

Von Anfang an, seit dem Jahr 2005, kurz nachdem die Stadt Kamp-Lintfort die Städtepartnerschaft mit Zory und einging, ist die Deutschlehrerin Frau Wala mit den polnischen Kolleginnen und Kollegen beteiligt. Auf deutscher Seite waren verschiedene Lehrer und Lehrerinnen tätig, im Augenblick sind Frau Müller, Herr Meschendörfer und Frau Dr. Seidel für den Austausch verantwortlich.

Im Oktober 2005 hieß es: Erste Schülergruppe aus Zory zu Gast am Kamp-Lintforter Gymnasium!

 „Die sind ja richtig nett!“ So konnte man letzten Freitag spontane Reaktionen in den Gängen des Städtischen Gymnasiums hören, als man am zweiten Besuchstag die polnische Schülergruppe aus Kamp-Lintforts Partnerstadt Zory ein wenig kennen gelernt hatte. Zwar bestanden zunächst erhebliche Sprachbarrieren, aber es gab nicht nur unter den Lehrern, sondern auch unter den Schülern einige „Dolmetscher“, die ins Polnische übersetzen konnten. Und der Rest lief auf Englisch. Etwas müde nach rund 18-stündiger Busfahrt, aber voller gespannter Erwartungen waren am Donnerstag letzter Woche zehn Schülerinnen und Schüler sowie ihre drei begleitenden Lehrerinnen Anita Wala, Katharina Zielinska und Anna Pajak aus dem Linienbus gestiegen, der sie von Schlesien bis an den Niederrhein gebracht hatte.

Nach herzlicher Begrüßung in der Schule durch den Schulleiter Siegfried Zilske und den 1. Beigeordneten Dr. Christoph Müllmann für die Stadt ging es erst mal in die gastgebenden Familien, die die acht Mädchen und zwei Jungen im Alter von 17 und 18 Jahren für eine Woche aufgenommen haben. Und dann begann das Besuchsprogramm, das die Schule vorbereitet hatte. Natürlich hieß es zuerst das Gymnasium und die Stadt Kamp-Lintfort kennen lernen. Auf der „Kohlerunde“ begegneten die Gäste aus dem oberschlesischen Industriegebiet der Entwicklung und der Sozialgeschichte der Bergbaustadt. Aber auch die tiefen historischen Wurzeln, das Kloster Kamp und der Terrassengarten, vermochten sie besonders zu beeindrucken. Fahrten nach Köln, Duisburg, Oberhausen und Xanten waren weitere Highlights des Programms.
Vormittags nahmen die polnischen Schüler, die alle in ihrer Schule ein wenig Deutsch gelernt haben, in der Regel am Unterricht ihrer deutschen „Gastgeber“ teil, um das deutsche Schul¬system kennen zu lernen. Bürgermeister Dr. Landscheidt begrüßte sie dann am Montag als erste Schüler-Austauschgruppe in der noch jungen Partnerschaft zwischen Kamp-Lintfort und Zory (siehe Bild) und wünschte sich, dass noch viele weitere ähnliche Besuche folgen mögen. Gerade auch der freundschaftliche Kontakt zwischen jungen Menschen sei das beste Mittel, die guten Beziehungen zwischen zwei Völkern zu stärken.
Der 18-jährige Michal Liszka aus Zory bedankte sich in deutscher Sprache beim Bürgermeister und allen Gastgebern für die freundliche Aufnahme: „Wir danken dafür, dass wir zusammen mit den deutschen Familien leben und den Alltag der Gleichaltrigen kennen lernen können. Wir danken auch für die interessanten Ausflüge, wir sahen viele schöne Orte und für mich besonders beeindruckend der Kölner Dom.“

Seit dem hat es zahlreiche Besuche in Zory und in Kamp-Lintfort gegeben, die die Schulpartnerschaft vertieft und gefestigt haben. Nur die Corona-Pandemie konnte dies unterbrechen. Doch schon bald wird es wieder eine aktive Belebung der Schulpartnerschaft geben, worauf sich alle Beteiligten sehr freuen.

Weitere Informationen und verbindliche Anmeldung bei Frau Dr. Seidel und Frau Bieniek

Vom 17. bis zum 23.03. 2023 besuchen 11 Schülerinnen und zwei Lehrerinnen Anita Wala und Natalia Kadlof der polnischen Żory das GFG. Die Schülerinnen sind in Kamp-Lintforter Familien untergebracht und erkunden
zusammen mit ihren Lehrerinnen, mit den deutschen Austauschpartnerinnen und den Lehrkräften Kamp-Lintfort und Umgebung.

Nach einem ersten Kennenlernen am Freitagabend besichtigt die deutsch-polnische Gruppe die Stadt Kamp-Lintfort. Neben der schönen Aussicht vom Zechenturm steht dabei auch das Kloster Kamp auf dem Programm. Die polnischen Gäste besuchen dabei auch die Kunstausstellung verschiedener Jahrgänge des GFG, die sich künstlerisch mit der Bedeutung des Klosters und seines diesjährigen 900jährigen Jubiläums auseinandergesetzt haben. Bei einer Fotosafari durch Stadt, LaGa und Klostergarten soll die polnisch-deutsche Gruppe selbst mit „künstlerischem Blick“ durch Kamp-Lintfort gehen und Rohmaterial für Collagen sammeln, die im weiteren Verlauf des Austauschs zu Collagen zum Thema „900 Jahre Kloster Kamp – 19 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Kamp-Lintfort und Zory“ verarbeitet werden und den Arbeiten der Schüler*innen des GFG einen eigenen kleinen Akzent hinzufügen sollen. Mit diesem Blick in die Vergangenheit des Klosters und der Partnerschaft aus der Perspektive des eigenen (europäischen) Alltags heraus können die Schülerinnen so erleben, wofür das Kloster seit 900 Jahren und die Städtepartnerschaft seit 19 Jahren stehen: Die Begegnung und der Austausch über Grenzen hinweg.  An den weiteren Tagen erkundet die deutsch-polnische
Gruppe den Niederrhein in Xanten (Stadt und APX) und Moers, das Ruhrgebiet im Gasometer Oberhausen und in der Zeche Zollverein sowie Köln. Die Abende stehen ganz im Zeichen internationaler Begegnungen: Es wird zusammen mit den Besuchern aus Delft/Niederlande, die ebenfalls am GFG zu Gast sind, gekegelt und an einem gemeinsamen internationalen Abend gespielt, gequatscht, gegessen und getrunken und vielleicht sogar gesungen.

 Das Deutsch-Polnische Jugendwerk und die Stadt Kamp-Lintfort ermöglichen den Austausch dadurch, dass sie ihn stark finanziell fördern, methodische Materialien zur Verfügung stellen und mit freundlichen und kompetenten Ansprechpartnern unterstützen.

Der Gegenbesuch soll im April/Mai 2024 erfolgen. Alle Schülerinnen und Lehrer/innen freuen sich schon sehr darauf. Mü/Sd

Weitere Infos bei:

Irina Müller, Jörg Meschendörfer und Dr. Renate Seidel (seidel@gfg-kl.de)

http://zs2zory.pl 


Anlässlich unseres langjährigen Schüleraustauschs war eine Schülerinnengruppe vom GFG, begleitet von Frau Dr. Seidel und Herrn Bröckling, vom 15.4.26 bis zum 21.4.26 in Oberschlesien. Nach dem Besuch der polnischen Schülerinnen im vergangenen September freuten wir uns über ein Wiedersehen mit Frau Wala und Frau Kozok und den Austauschpartnerinnen. Bei überwiegend bestem Wetter verbrachten wir schöne und auch lehrreiche Tage abseits des gewohnten Schulalltags – alles im Rahmen des einwöchigen Projekts „Junge Europäer – gemeinsame Geschichte, gemeinsame Zukunft“.

Anstatt, wie gewohnt, den Unterricht der ersten Stunde zu besuchen, machten sich Schülerinnen und Lehrer am Mittwoch um 8 Uhr per Bus auf den Weg zum Flughafen Dortmund mit dem Ziel Kattowitz (Kattowice), von wo es dann gemeinsam mit Frau Wala entspannt mit dem Reisebus zur Partnerschule Zespół Szkół Nr 2 im. ks. prof. Józefa Tischnera (vergleichbar mit einer Kombination aus Gymnasium und Berufsschule/Technischer Schule) ging. Nach einem herzlichen Empfang und einem kurzen Ausblick auf die kommenden Tage, durften unsere Schülerinnen den Rest des Tages mit ihren Austauschpartnerinnen verbringen.

Nach einer Führung durch die Schule am Donnerstagmorgen, waren alle sehr angetan vom freundlichen Ambiente der modernisierten Bereiche, wie z.B. der neuen Schulbibliothek im Stile eines Lerncafés. Danach durften wir noch die neue Stadtbibliothek erkunden, bevor es auf den Ausflug zum Schlesischen Planetarium (Planetarium Śląskie) ging. Nach einem Bummel durch den angrenzenden Park durften wir in sehr gemütlichen Sesseln eine Show zu Himmelskonstellationen und unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, genießen.

Am Freitag stand ein touristisches Highlight an mit dem Besuch der alten Königsstadt Krakau (Kraków). Auf den Spuren polnischer Nationalhelden besuchten wir zunächst Schloss und Kathedrale auf dem Wawelhügel. Das Berühren der Sigismund-Glocke (Dzwon Zygmunt) soll dem Lebensglück nachhelfen – es hat also sicher nicht geschadet, die steilen Treppen des Glockenturms heraufzuklettern. Anschließend war der Nachmittag frei zur Erkundung der wundervollen Altstadt – es wurden Souvenirs besorgt und polnische Köstlichkeiten probiert.

Am Samstag fand der Besuch von Museum und Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau statt. Auf eindrückliche Weise wurde hier greifbarer, was Geschichtsunterricht und Erinnerungsarbeit zu vermitteln versuchen über die deutschen Verbrechen während der Besatzungszeit in Polen während des Zweiten Weltkriegs, deren Schrecken auch mehr als 80 Jahre später noch bedrücken.

Den Sonntag nutzten die Schülerinnen für Unternehmungen mit ihren polnischen Freundinnen, während die Lehrer das ehemalige Zisterzienserkloster Groß Rauden (Opactwo Cystersów w Rudach) besuchen durften.

Am Montag ging es noch einmal in die Schule zum gemeinsamen Englischunterricht, bevor wir zur Stadtrallye ins nahgelegene Gleiwitz (Gliwice) aufbrachen, wo wir uns vom ungemütlichen Wetter nicht abschrecken ließen und uns auf die Suche nach den Spuren der deutschen Zeit der Stadt machten. Am Abend durfte eine Abschiedsparty mit Pizza und Musik natürlich nicht fehlen, bevor es ans Kofferpacken ging.

Am letzten Morgen stand zu früher Stunde leider schon der Abschied an, der sichtlich schwerfiel. Mit Souvenirs und lebhaften Erinnerungen an eine Woche bei unseren östlichen Nachbarn ging es schließlich auf die Rückreise nach Kamp-Lintfort. Das dürfte für uns sicher nicht die letzte Reise nach Polen gewesen sein!

Wer weitere Bilder und Kurzvideos zum Autausch sehen möchte, kann gerne auch auf dem Instagram-Kanal unserer Partnerschule vorbeischauen: https://www.instagram.com/tischnerzory

Austausch mit Frankreich

Unser Austauschprojekt mit den Partnerschulen in Lens – gelebte interkulturelle Kompetenz und authentische Kommunikation
Die Fachschaft Französisch am GFG initiiert und begleitet einen innovativen Austausch mit zwei collèges in Lens, Frankreich. Dieses Projekt ist fest in die Unterrichtsvorhaben der Sekundarstufe I eingebettet und verfolgt das Ziel, die interkulturelle Handlungsfähigkeit unserer Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu fördern.


Im Zentrum steht die produktorientierte Zusammenarbeit: Die Lernenden erstellen altersgerechte Produkte, die digital mit den französischen Partnerklassen ausgetauscht werden. So entstehen authentische Kommunikationsanlässe, die den Fremdsprachenerwerb motivierend und lebensnah gestalten. Gleichzeitig werden erste Kontakte zu Gleichaltrigen im Nachbarland angebahnt und die interkulturelle Sensibilität gestärkt.


Die Projektbausteine sind auf die jeweiligen Jahrgangsstufen abgestimmt und orientieren sich an den Prinzipien der Kompetenzorientierung und des handlungsorientierten Fremdsprachenunterrichts:

  • Klasse 7: Erstellung von Steckbriefen, Adventskalendern mit Grußbotschaften sowie Aufbau von Chatpartnerschaften zur Förderung der schriftlichen und mündlichen Kommunikationskompetenz.
  • Klasse 8: Präsentationen über Kamp-Lintfort und weitere Chatpartnerschaften, die die regionale Identität und die Fähigkeit zur Präsentation eigener Lebenswelt stärken.
  • Klasse 9: Produktion von Kochtutorials, Verfassen von Postkarten und Präsentationen zum Thema „Feste feiern in Deutschland“ – hier stehen die Förderung der Medienkompetenz und die kreative Auseinandersetzung mit kulturellen Traditionen im Vordergrund.
  • Klasse 10: (Video-)Präsentationen zu Tages- und Wochenabläufen sowie Aufgaben im Haushalt, die die Reflexion über Alltagskultur und die Erweiterung des thematischen Wortschatzes ermöglichen.

Ein besonderes Highlight bildet die zweitägige Fahrt nach Lille und Lens gegen Ende der Klasse 8. Die Schülerinnen und Schüler erkunden aktiv die Stadt, besuchen die Partnerschulen, nehmen an Führungen teil, begegnen französischen Schülern und Lehrkräften und erleben den Schulalltag in der französischen Schulkantine. Diese Begegnungen sind ein wichtiger Baustein zur Förderung der sozialen und interkulturellen Kompetenzen.


Perspektivisch ist geplant, auch Besuche der französischen Partner am GFG zu ermöglichen und mehrtägige Fahrten nach Lens für weitere Jahrgangsstufen zu etablieren. In der Sekundarstufe II besteht – in enger Abstimmung mit den Lernenden, Eltern und ggf. in Kooperation mit anderen Fachschaften – die Option einer mehrtägigen Fahrt nach Paris oder Brüssel, um die Fremdsprachenkompetenz und die europäische Identität weiter zu vertiefen.


Unser Austauschprojekt steht für eine lebendige, praxisnahe und zukunftsorientierte Fremdsprachendidaktik, die den Schülerinnen und Schülern neue Perspektiven eröffnet und sie auf ihrem Weg zu weltoffenen, reflektierten und kompetenten jungen Erwachsenen begleitet. Es ergänzt die eher touristische Perspektive auf Frankreich aus den ersten Lernjahren um einen lebensnahen Kontakt mit Franzosen jenseits der Metropole Paris in einer Region Frankreichs, die einem ähnlichen Strukturwandel unterliegt wie die Heimatregion unserer Schülerinnen und Schüler.